Das neue Jahrbuch

 

 

 

Mit dem Jahrbuch 2017 setzt der Historische Verein sein Engagement zur Erforschung der Heimatgeschichte erfolgreich fort.

Von Erich Pawlu

Das neue Jahrbuch enthält zahlreiche Bilder.

Diese Reproduktion zeigt das ehemalige Schloss Binswangen, das – wie ein Jahrbuchbeitrag von Simon Kotter belegt – im Jahre 1803 abgerissen wurde.

 

„Im Landesentwicklungsplan der bayerischen Staatsregierung von 1974 erscheint Dillingen als ‘Mittelzentrum’. [...] Apart ist jedoch, dass es zusammen mit Lauingen als doppelpoliges Mittelzentrum gewertet wird. Die Traditionen von Regierungssitz und geistlicher Stadt und die eines regionalen Wirtschaftszentrums treten damit gleichberechtigt nebeneinander…“

Mit dieser kritischen Wertung beschließt Prof. Dr. Rolf Kießling seine Untersuchung zum Thema „Bischöfliche Residenz – Universitätsstadt – regionales Zentrum. 750  Jahre Stadt  Dillingen.“ Erschienen ist der Aufsatz im Jahrbuch 2017 des Historischen Vereins Dillingen. Mit seinen Beiträgen setzt der 328-Seiten-Band die traditionelle Erforschung der regionalen Geschichte auf eindrucksvolle Weise fort. Dabei geht es den Autoren nicht um verklärende Heimattümelei, sondern um die wissenschaftliche Deutung historischer Fakten. Das führt oftmals zu neuen Perspektiven. In Kießlings Bemerkung, die katholische Universitätsstadt Dillingen habe in ihrer Geschichte einen entscheidenden Entwicklungsschub der Reformation zu verdanken, verdeutlicht sich das Prinzip, dem Leser neue Sichtweisen zu vermitteln. In einem zweiten Beitrag „Wertingen im 13. Jahrhundert“ interpretiert Kießling die Entstehung einer städtischen Siedlung als exemplarischen Beleg für ähnliche Entwicklungen im Zeitzusammenhang.

Das Redaktionsteam mit Bernhard Ehrhart, Hermann Müller, Dr. Johannes Mordstein, Dieter M. Schinhammer und Dr. Arnold Schromm hat dem Jahrbuch auch mit der Erstellung eines ansprechenden Layouts ein hohes Maß an Professionalität gesichert. Mit der Auswertung historischer, bisher kaum beachteter Details verleihen die Autoren ihren Beiträgen ein hohes Maß an Anschaulichkeit. Dr. Hans-Dieter Lehmann, Bisingen-Zimmern, untersucht mit seiner Arbeit nicht nur die Geschichte der Wurmlinger Kapelle, sondern auch die Verwandtschaft der Grafen von Dillingen und Tübingen. Pfarrer Thomas Pfundner, Neu-Ulm, beschäftigt sich mit dem Thema „Der Rennweg und die Landesgrenze zwischen der Grafschaft Oettingen und dem Fürstentums Pfalz- Neuburg  1591“.

Eine historische Analyse mit deutlichem Aktualitätsbezug hat Prof. Dr. Wolfgang Wüst mit seiner Arbeit „Armut im Spiegel frühmoderner ‘guter’ Policey“ geliefert, indem er sich auf die Dillinger „hochstiftische Bettler- und Vagantenordnung von 1720“ stützt. Bernhard Ehrhart ist mit einem Beitrag zur „Geschichte der Familie Zenetti in Lauingen“ vertreten. Simon Kotter erinnert an die ehemalige Bedeutung des Schlosses in Binswangen und dessen Abbruch im Jahre 1803. Inga Müller verdeutlicht am Beispiel von Prettelshofener Sterbebildern aus den Jahren 1907 bis 2012 die Kontinuitäten und Veränderungen in Geist, Thematik und Gestaltung dieser Bildchen.

Buchbesprechungen und Berichte runden die Inhalte des Jahrbuchs ab. Eine angefügte Statistik von Erwin Rieder beweist, dass der Historische Verein Dillingen immer noch zu den großen Vereinigungen der Stadt gehört: Im Jahre 2017 waren 370 Mitglieder registriert, unter ihnen 291 Männer, 55 Frauen und 24 Institutionen.

 

 

Seit dem 16.10.2013 sind 112 Jahrgänge des Jahrbuchs des Historischen Vereins Dillingen online verfügbar.
Die Präsentation wurde um 37 Jahrgänge erweitert, komplett neu aufbereitet und ermöglicht jetzt auch die Volltextrecherche und den Download.
Die Digitalisierung dieser landeskundlichen Zeitschrift wird von der Universitätsbibliothek Augsburg in Kooperation mit dem Historischen Verein Dillingen im Rahmen der Bayerischen Landesbibliothek Online durchgeführt.
http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/de/dda/dr/periodika/jhvd/
Eine komfortable bandübergreifende Volltextsuche ist derzeit in Vorbereitung. Übergangsweise verwenden Sie zur bandübergreifenden Suche bitte folgenden Sucheinstieg:
http://bvbm1.bib-bvb.de/R/J4KG622H2L336E8D49A2G3KGEHQKYPA6Y64BTKMRG9YVP7S5CI-00655?func=search-simple&pds_handle=GUEST

Jahrbuch 2008
 
 

 

Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen

Das Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen erschien zum ersten Mal im Jahre 1888, im Jahr der Gründung des Vereins. Es wird heute als das „Flaggschiff“ des Vereins bezeichnet.

Die ersten Jahrbücher dienten hauptsächlich der Veröffentlichung von Ergebnissen der damals zahlreich stattfindenden archäologischen Ausgrabungen im Landkreis Dillingen. Das Publikationsorgan des Historischen Vereins Dillingen genoss bald so hohes Ansehen in Fachkreisen, dass auch benachbarte historische Vereine, wie die von Oettingen, Neu-Ulm und Günzburg, ihre Ausgrabungsberichte im Dillinger Jahrbuch abdrucken ließen. Von Anfang an erhob das Jahrbuch also einen hohen wissenschaftlichen Anspruch.

Mit einer kleinen Unterbrechung während des II. Weltkriegs erschien das Jahrbuch regelmäßig fortlaufend bis zum heutigen Tag.

Alle Anfragen, Manuskriptsendungen usw., die das Jahrbuch betreffen, werden an folgende Adresse erbeten:

Schriftleitung des Jahrbuchs
des Historischen Vereins Dillingen
Dr. Arnold Schromm
Freybergstraße 1
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel.: 09071-71119
e-mail: arnold.g.schromm@gmx.de

Die Mitglieder des Redaktionsteams gehen mit Zuversicht an die Arbeit. Sie verstehen sich als Sachwalter des Vereins, dessen Ziele sie fördern wollen: das historische Bewusstsein der Mitglieder durch Vereinspublikationen weiter zu vertiefen, der Tradition ihren Stellenwert in einer zunehmend orientierungslos gewordenen Gesellschaft zu sichern; denn „Zukunft braucht Herkunft“ (Odo Marquard).

Die Homepage des Vereins bietet dem Benutzer einen vollständigen Zugang zum Register des Jahrbuchs. Alle Jahrbücher bis 2006 sind in diesem Register erfasst.

Die Schriftleitung des Jahrbuchs des Historischen Vereins Dillingen

 

Das Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen ist jetzt auch in digitalisierter Form von Jahrgang 1888 bis 2011 in Volltext-Version einsehbar unter folgender Internet-Adresse:http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/de/dda/dr/periodika/jhvd/